Du bist der Türchecker!

Sich einlassen Mut mitmachen neues wagen„Lass dich mal ein“ ist eine häufig formulierte Einladung der Gruppenleitung – egal ob es Tantra-Events sind, Selbsterfahrungsgruppen, Trainings, Coachings oder therapeutische Gruppen. Aber wie macht man das denn mal so eben?

Sich einlassen? Leicht gesagt!

Bei der Blind Pleasure sollst du dich also einlassen, auf die körperliche Begegnung mit Menschen, die du nie gesehen hast, von denen du nicht mal das Geschlecht weißt! In der AUM-Meditation sollst du dich darauf einlassen, deine extremsten Emotionen in der Gruppe auszuagieren, bei Touch My Fantasy sollst du dich einlassen, deine unzüchtigsten, erotischsten Fantasien preiszugeben, auf unseren Trainingsabenden sollst du dich einlassen mit deinem Körper wirklich neue, ungewohnte Dinge zu tun, die dein Selbst-Bewusstsein erweitern können. Aber warum? Und wie? Wie springe ich denn mal eben über meinen Schatten? Lasse meine Ängste oder Vorbehalte links liegen?

Räume betreten, Räume verlassen

Neue Wege, Entdeckungen, Tür, PforteWir sind davon überzeugt, dass jeder erwachsene Mensch vollständig selbst dafür verantwortlich ist, was in ihm oder in ihr vorgeht, welche Filme dort laufen, welche nicht, welchen Emotionen wir uns hingeben, welchen nicht, welche Entscheidungen wir treffen und wie wir unser Leben und unsere Begegnungen gestalten.

Und wir wissen, es ist für die meisten Menschen nicht leicht, diese Verantwortung anzuerkennen und das Steuer in die Hand zu nehmen. Zu verführerisch ist es, die Schuld im Außen zu suchen, Trauma hier, Verletzung da, meine Mutter, meine Lehrer, mein Chef, die Sachzwänge, die höhere Gewalt. Viele Menschen reagieren zutiefst entrüstet, wenn man sie dann fragt „Wie lange möchtest du dich noch vom Leben so herumschubsen lassen? Wann beginnst du, es in die eigenen Hände zu nehmen?“ – Diese Entrüstung ist nur allzu verständlich, sie ist die Schutzreaktion des Systems um die eigene Überforderung nicht anschauen zu müssen. Das ist nur allzu menschlich.

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Wir möchten dir ein paar Bilder anbieten, ein paar neue Perspektiven, die hoffentlich geeignet sind, dir Mut zu machen:

Du kannst dir unsere Veranstaltungen – und auch dein sonstiges Leben – vorstellen, wie ein Museum der Gegenwart, echt gut gemacht, Erlebnistourismus pur! Die verschiedenen Exponate sind gut verteilt in kleinen Räumen, die alle Türen haben. Man kann dort hineingehen, sich das Erlebnis zu Gemüte führen, zu Herzen nehmen, kosten, anschauen, er-leben, er-kennen, er-spüren und anschließend entscheiden, wie viel davon man wieder mit hinaus nimmt, wenn man den Raum verlässt.

Anders sein auf Probe

Blind Tantra SinneEs ist nichts Endgültiges daran – das ist wichtig! Denn der Punkt, an dem unsere geliebte und mühevoll aufgebaute Persönlichkeit aufschreit ist meist der, wo sie sich verraten fühlt, wo du dich deinem Wertegebäude gegenüber illoyal verhältst. Es sind diese Dinge, die wir „nie tun würden“, „beim besten Willen nicht glauben oderakzeptieren können“, „uns wirklich nicht antun müssen“.

Nehmen wir an, du kommst zur AUM und bist plötzlich aufgefordert, dich einzutanzen, dir den ganzen Raum zu nehmen, mit dem ganzen Körper zu tanzen, und du denkst „Ich hasse es, einfach so kalt drauf los zu tanzen, normalerweise ist es viel dunkler und ich trink erstmal ein Bierchen oder zwei“ oder „Ich seh scheiße aus, weil ich mich einfach nicht gut bewegen kann, ich mag hier nicht tanzen“ oder „das ist gar nicht meine Musik, dazu kann ich beim besten Willen nicht tanzen“. All das sind Gedanken. Es sind Gedanken, die Teil sind unserer sorgsam aufgebauten Identität, unserer einzigartigen Persönlichkeit. So sind wir nunmal, und das ist ja wohl auch okay, oder?!

Wir sagen, es ist eine Entscheidung, die du jeden Tag neu treffen darfst, ob du so bleiben möchtest, oder ob du dich selbst umgestalten möchtest. Denn das liegt in deiner Macht – und nur in deiner. Wenn solche Gedanken, man nennt sie auch Glaubenssätze, dich einschränken in deiner Handlungsfreiheit, dann frage dich, was sie dir nützen.

Und um dich selbst nicht zu verraten, um diesen schmerzlichen Loyalitätskonflikt zu umgehen, folgt hier unser Spezialangebot: Pack deinen Glaubenssatz sorgsam in einen imaginären Schuhkarton und leg ihn nur für ein Stündchen oder zwei beiseite. Du kannst ihn hinterher einfach wieder mitnehmen. Bitte ihn höflich mal für einen kurzen Moment zu schweigen, damit du dich selbst mal ohne ihn erleben kannst, herausfinden kannst, wer du dann bist und wie sich das anfühlt. Niemand nötigt dich hier dich zu ändern, etwas anzunehmen, was nicht zu dir passt, oder etwas zu tun, was sich nicht gut anfühlt. Denn das entscheidest alles du, zu jeder Zeit.

Du bist der Türchecker

Doch wie es sich anfühlt, wie es riecht und schmeckt, klingt und aussieht und wie es dein Herz bewegt, all das wirst du nur erfahren, wenn du es wirklich er-lebst, wenn du den Raum auch ganz betrittst, den wir dir anbieten. Nicht nur durch den Türspalt schaust, was die anderen dort treiben.

Es braucht schon ein Dort-ankommen, Dort-sein, das Dort zum Hier und das Dann zum Jetzt werden zu lassen, sonst erlebst du es nicht. Vor jedem dieser Erlebnisräume steht ein Türchecker, ein beeindruckender Aufpasser oder eine gewaltige Matrone, jemand der auf Gedeih und Verderb entscheidet, ob du in den Laden rein darfst oder für immer draußen bleibst.

Dieser Türchecker ist niemand anderes als du selbst. Es liegt an dir, dir Einlass zu gewähren, dich einzulassen.

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Epilog

Schließlich sagst du dir als ordentlicher Türchecker noch: „Hey, hier drin keine Straßenkleidung! – Lass deine alte Identität an der Garderobe, du bekommst sie später wieder, hier drin läuft eine andere Party! Und mach richtig mit! Das ist keine Rumsteh-Party! Die Energie entsteht mit dir, deiner Kreativität, deinem Mut, deinem Feuer. Und nicht wenn du als Zuschauer am Rand stehst. “ – Und schubst dich liebevoll mitten ins Getümmel….

Wir freuen uns auf Dich
Chono & Tandana

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5 Kommentare zu “Du bist der Türchecker!

  1. Sehr schön geschrieben!
    Liebe Grüße von mir, liege z. Zt. mit bandagiertem Fuß auf der Ottomane und sehe der Gesundung entgegen…
    Und wenn das soweit ist, bin ich mit „Schuhkarton“ an eurer Tür.
    Freu mich drauf, bis dahin
    Herzlich,
    Susanne

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