Die Weite in mir

Ein Erlebnisbericht zum Meditationswochenende “Stille, Freiheit & Ekstase” (23.-25.2.2024, Offenes Tantratraining Level II)

Das Wochenende “Stille, Freiheit und Ekstase” ist seinem Titel in allen drei Punkten gerecht geworden – und das allein ist schon mehr, als ich zu hoffen gewagt hätte! Und doch möchte ich noch einen vierten hinzufügen, um meine Erfahrung zu beschreiben: Weite.

Die Weite, die uns auf dem Seegut Blaue Blume umgab, nachdem wir auf immer kleineren und immer holprigeren Straßen dort eingelaufen waren, war für mich weit mehr als nur Kulisse. Die uckermärkischen Hügel, der Sternenhimmel, die Ruhe zwischen dem Vögel-Geschrei, all das war durchaus nicht nebensächlich für das, was ich dort erleben durfte. Über die Tage (immer wieder unglaublich, was in nicht mal 48h möglich ist) konnte ich die Weite immer deutlicher auch in mir spüren, und auch jetzt, drei Tage danach und wieder im Alltag, fühle ich noch deutlich mehr Raum in Körper, Herz und Geist.

Die Stille (die in einem Haufen zusammengewürfelter Städter ja erst mal geweckt werden musste, was Tandana und Chono auf fast beiläufig wirkende und doch fein durchdachte Weise innerhalb weniger Stunden gelang), war dafür eine wichtige Grundlage. Schon am Samstag konnte man sie dann in den Sessions „fast kneten” (Zitat Chono, der immer wieder auf herzerfrischende Weise seiner eigenen Begeisterung Ausdruck verleiht). Durch verschiedene Formate habe ich tatsächlich erstaunlich guten Zugang zu der Stille in mir und um mich gefunden. Tatsächlich umgibt sie all unsere selbstgemachten Gedanken, Gefühle und Sorgen, und ich bin sehr dankbar für die Erfahrung, sie bewusst suchen und finden zu können.

Die Freiheit ist mir in unterschiedlicher Gestalt begegnet. In Begegnungen konnte ich üben, anderen sehr nah zu kommen, ohne entweder meinen Schutzpanzer zu aktivieren oder mich selbst zu verlieren. Wir haben uns in der Gruppe gegenseitig beschenkt, indem wir uns nahbar gemacht haben und einander als Projektionsfläche gedient haben. Das erfüllt weit mehr als nur den Selbstzweck „eine gute Zeit zu haben“ – es hilft mir, meine Kompetenzen zu erweitern und mich persönlich wirklich spürbar weiter zu befreien.

Auch als Paar konnten wir Erfahrungen mit Freiheit sammeln, und zwar indem wir im rituellen Rahmen sexuelle Energien mit anderen Menschen aufbauen und genießen konnten, und gleichzeitig unsere Verbundenheit miteinander spüren und sogar vertiefen konnten.

Und dann diese Freiheit, Gefühlszuständen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern sie immer besser lenken zu können – die wurde geübt und gefeiert! Es war wunderbar, zu erleben, dass ich mich mit immer weniger Scheu auch starken Gefühlen hingeben kann, wenn ich weiß, wie ich wieder herauskomme.

Und die Ekstase? Ich persönlich bin ihr mitten in der Nacht nach dem Ritual begegnet (und sie schwingt immer noch nach). Und wie die Sharing-Runde am Sonntag zeigte, war ich damit bei Weitem nicht die Einzige, egal wie und mit wem die Nacht verbracht wurde.

Kurzum, Tandana und Chono haben es wieder einmal geschafft, auf ihre sowohl fundierte, professionelle als auch sehr persönliche, authentische Art einen stimmigen Faden zu spinnen, der dieses Wochenende unverwechselbar wertvoll gemacht hat.

Ich bin sehr dankbar.
T.

 

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