{"id":4277,"date":"2019-12-02T12:48:46","date_gmt":"2019-12-02T11:48:46","guid":{"rendered":"https:\/\/wild-life-tantra.de\/?p=4277"},"modified":"2023-12-06T16:37:56","modified_gmt":"2023-12-06T15:37:56","slug":"blinder-kontakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/blinder-kontakt\/","title":{"rendered":"Blinder Kontakt"},"content":{"rendered":"<h2>Ein Erlebnisbericht zur Blind Pleasure von Marcel M\u00fchlenhaupt<\/h2>\n<p>Um vorher einmal Duschen zu gehen, bin ich fr\u00fchzeitig im WAMOS eingetroffen. Tandana und Chono begr\u00fc\u00dfen mich herzlich. Sogleich erinnert Chono mich daran, dass ich meine Augen mit der Binde bedecken soll. Denn heute geht es darum, die anderen Teilnehmer im Vorfeld nicht zu Gesicht zu bekommen. Doch zu sp\u00e4t, eine wunderbare Frau reicht mir ihre Hand: \u201eDu bist Marcel\u201c, bekr\u00e4ftigt sie meine Pr\u00e4senz. Verdutzt lege ich die Hand in ihre, w\u00e4hrend sie sich vorstellt. Ich verschwinde schnell unter der Dusche, bevor mehr \u00dcberraschungen auf mich zu kommen. Beim Abtrocknen und Ankleiden lies es sich nicht vermeiden, das ich Teilnehmer beobachte, wie sie mit verbundenen Augen zur Toilette begleitet werden. Nachdem ich selbst Wasser gelassen hatte, bestand ich darauf, eine Augenbinde zu bekommen.<\/p>\n<p>Langsam lotst mich mein Begleiter durch die G\u00e4nge, meine Gehst\u00f6cke \u00fcbernehmen die Aufgabe eines Blindenstocks, sie melden mir ein Hindernis im voraus. Erstaunlicherweise kann ich mich m\u00fchelos orientieren. Meine Bef\u00fcrchtung, dass ich im blinden Zustand mein Gleichgewicht verliere, erweist sich als T\u00e4uschung. Denn mein Sehen unterst\u00fctzt mich, die Gehbehinderung aus zu gleichen, die R\u00e4ume abzusch\u00e4tzen und die Stabilit\u00e4t der Gegenst\u00e4nde ab zu w\u00e4gen. Mit Babyschritten schreite ich voran, als wir in den gro\u00dfen Raum eintreten, h\u00f6re ich Chonos Stimme, wie er die anderen Teilnehmer einweist, sie in die richtige Stimmung f\u00fchrt. Mein Begleiter sagt: \u201eMehr nach Rechts, geradeaus, noch zwei Meter bis zur Matratze\u201c. Ich vertraue ihm, folge seinen sanft Anweisungen f\u00fcr die Gruppe ins Mikrofon spricht. Mein Platz ist direkt vor der Box, damit ich alles verstehe. Denn neben den Gehst\u00f6cken nutze ich H\u00f6rger\u00e4te, um die Schwerh\u00f6rigkeit auszugleichen. Auch hier hilft mir mein Sehen, Sprache besser zu verstehen, in dem ich zum einen von den Lippen ablese und zum anderen, die nonverbale Sprache nutze. Blind, bin ich jetzt in der ungewohnten Situation, mich auf mein H\u00f6ren zu verlassen.<\/p>\n<p>Chonos Worte kommen fl\u00fcsternd zur mir, im Hintergrund l\u00e4uft Musik, die schlechtesten Voraussetzungen f\u00fcr mich, dennoch verstehe ich recht gut, wenn gleich nicht alles. In der ersten Phase geht es darum, sich selbst zu sp\u00fcren, zu liebkosen, Sinnlichkeit im eigenen K\u00f6rper zu empfinden, die Kundalini Schlange zu wecken. Meine H\u00e4nde gleiten \u00fcber meinen K\u00f6rper, die Taille, H\u00fcfte, Bauch, Warzen und die Brustlinie herunter \u00fcber dem Lingam. Ich Rolle, rege, strecke und bewege mich. Und immer wieder Atmen, um den Kreislauf des Lebens Zirkulieren zu lassen. Meine Sinne h\u00f6ren nur noch die Musik, die Worte verschwinden, geraten in den Hintergrund. Verliere den Faden zum gesprochenen, frage mich, ob ich die \u00dcberleitung zur Kontaktaufnahme verpasst habe. Horche, doch es gelingt mir nicht, mich darauf ein zu lassen. Bin nur bei mir in meinen Gef\u00fchlen, alles andere lenkt nur ab, tr\u00e4gt mich von mir weg. Ich finde ein Fu\u00df \u00fcber mir, z\u00e4rtlich streichel ich diesen, gehe unsicher zu den Waden \u00fcber, bin mir nicht sicher, ob es schon so weit ist. Nach einer Weile kommt eine Hand, die meine von der Wade nimmt und zu mir legt. War wohl zu Fr\u00fche, denke ich. Schade, denn ich hatte ertastet, dass die Wade weiblich war.<\/p>\n<p>Mich packt die Panik, niemand zu finden, keinen Kontakt erstellen zu k\u00f6nnen. Dann, irgendwann bekomme ich mit, wie Chono langsam und schrittweise die Partnersuche er\u00f6ffnet. Begebe mich, auf alle Viere. Krabble erst ein St\u00fcckchen, merke, dass ich mich der Box n\u00e4here, verstehe nun mit Leichtigkeit. Setze mich im Schneidersitz hin und lausche. Ein Arm legt sich um meine Schulter und eine weibliche Stimme sagt: \u201eDu kannst dir jetzt einen Partner suchen\u201c. \u201eJa, das habe ich mitbekommen\u201c best\u00e4tige ich. F\u00fchle mich unsicher und unwohl in meiner Einschr\u00e4nkung, lausche und sp\u00fcre Widerst\u00e4nde, mich auf die Suche zu begeben. Atme tief durch, \u00fcberwinde mich und krabble allm\u00e4hlich los. Treffe auf eine Schulter, wir schmiegen uns aneinander, mein H\u00f6rger\u00e4t piepst, die Person verschwindet, f\u00fchle mich wie gel\u00e4hmt, lege mich geschlagen hin. K\u00e4mpfe mit mir, suhle mich in meinem Scheitern, sp\u00fcre einen Knoten in der Brust. Raffe mich auf, mache mich erneut auf die Suche. Finde einen Arm, folge ihm. Er f\u00fchlt sich sehr muskul\u00f6s und maskulin an, streiche mich noch bis zur Achselh\u00f6le vor, merke: Darauf habe ich jetzt echt keinen Bock und ziehe weiter.<\/p>\n<p>Lange nichts, nur leere um mich und in mir, bis ich mit einer Schulter Kontakt finde. Streiche den Arm lang, er f\u00fchlt sich weich und schlank an, der Geruch ist s\u00fc\u00df und bet\u00f6rend. Meine rechte Hand folgt ihm aufw\u00e4rts, zum Brustraum, sp\u00fcre kleinen zierlichen Busen, der mich bet\u00f6rt, der mich erregt. Ihre weiche Hand streicht \u00fcber mein Gesicht, \u00fcber die Haare. Abrupt h\u00f6rt sie auf und entfernt sich. Der Knoten in meiner Brust schn\u00fcrt sich fester, nimmt mir die Luft. Ich plumpse hin, resigniere, gebe auf. Atme tief durch, wiederhole dies, bis ich in einem Kreislauf bin. Beschlie\u00dfe, mich finden zu lassen, und vertraue dem. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit, ber\u00fchrt mich eine Hand, studiert meine Gesichtsz\u00fcge, streicht \u00fcber meine Lippen. Ber\u00fchre mit den Fingerspitzen zaghaft den Oberarm, traue mich nicht, f\u00fcrchte, wieder abgelehnt zu werden, und schlucke benommen. Und als k\u00e4men die Geister, die ich rief, entfernt sich dieser Mensch. Nehme den Griff, des Traumas war. Bin gefangener seiner Macht, bin paralysiert- unf\u00e4hig irgend etwas zu denken, f\u00fchlen oder um zu setzen. Lange liege ich da so, bis mir im Raum Bewegungen und Gespr\u00e4che gewahr werden- bis ich registriere, dass die Zeremonie beendet ist.<\/p>\n<p>Vorsichtig luke ich durch die Augenbinde, sehe wie die anderen herum laufen, trinken und sich unterhalten. Tief durchatmend, entferne ich die Binde, fahre mir durch die Haare und schaue mich um. Ich liege fast am Eingang des Raumes, die Box sichte ich am anderen Ende und mich \u00fcberrascht die Strecke, die ich hinter mir gelassen hatte. Tandana ist pl\u00f6tzlich in meiner N\u00e4he, ich bitte sie, mir die Gehst\u00f6cke zu holen. Nachdem ich mich mit den Gehilfen aufgerappelt hatte, trinke und esse ich erstmal was, wobei ich die anderen Teilnehmer beobachte. Die M\u00e4nner sind in der \u00dcberzahl, die meisten von ihnen sind halb oder ganz nackt, ein Dreierpaar r\u00e4kelt sich auf der Matratze. Etwas hilflos steht mitten im Raum, die wunderbare Frau. Ihre Kleidung ist schlicht und anmutig, sie fasziniert mich, ich genie\u00dfe es. Die andren Damen sind ebenfalls mehr bekleidet als nackt, jedoch sehr figurbetont, mit erotischem Flair. Lange bleibe ich nicht mehr, mein privates Taxi kommt und f\u00e4hrt mich in den Norden. Rolle im Stuhl meine Abschiedsrunde, dr\u00fccke Chono, Tandana und die Frau, die ich so Wunderbar finde, herzlich. Sie bietet sich an, mich nach unten zu begleiten. Unerwartet, stellt sich im Gespr\u00e4ch heraus, dass wir nur ein paar Stra\u00dfen voneinander entfernt wohnen. Sie betont, dass sie an keine Zuf\u00e4lle glaubt und l\u00e4chelnd biete ich ihr an, mit zu kommen, was sie freudig bejaht. Nach einer halben Stunde Fahrt verabschieden wir uns umarmend, unsere H\u00e4nde finden sich z\u00e4rtlich, es f\u00fchlt sich harmonisch an. Sie noch einmal bewundernd, erhellt es mich, dass ich im Zustand der Dunkelheit, die Zartheit ihrer Brust sp\u00fcrte.<\/p>\n<h2>Weitere Erlebnisberichte<\/h2>\n\n\n<ul class=\"su-posts su-posts-list-loop \">\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-12698\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/tanz-in-den-mai-mit-allen-sinnen-viele-neue-eindruecke-erfahrungen-und-reize\/\">Tanz in den Mai mit allen Sinnen \u2013 viele neue Eindr\u00fccke, Erfahrungen und Reize<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-12652\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/bewusst-atmen-und-dabei-laecheln-ohne-genau-zu-wissen-warum\/\">Bewusst atmen \u2013 und dabei l\u00e4cheln, ohne genau zu wissen, warum.<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-12656\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/der-liebeszug\/\">Der Liebeszug<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-12023\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/wo-erlebe-ich-das-schon-dass-wir-uns-untereinander-so-radikal-ehrlich-machen\/\">Wo erlebe ich das schon, dass wir uns untereinander so radikal ehrlich machen?<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11990\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/zwei-energiequellen\/\">Zwei Energiequellen<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11988\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/so-begleitet-mich-der-abend-auch-noch-tage-danach-in-meinem-realen-leben\/\">So begleitet mich der Abend auch noch Tage danach in meinem realen Leben<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11895\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/der-raum-ist-fuer-menschen-mit-etwas-vorerfahrung-gut-geeignet\/\">Der Raum ist f\u00fcr Menschen mit etwas Vorerfahrung gut geeignet<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11727\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/staunend-mit-neugier-und-ganz-offenem-herzen\/\">Staunend, mit Neugier und ganz offenem Herzen<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11644\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/tantraseminare-als-herausforderung-an-leben-beziehung-und-familie\/\">Tantraseminare als Herausforderung an Leben, Beziehung und Familie.<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\n\t\t\t<li id=\"su-post-11566\" class=\"su-post \">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/wild-life-tantra.de\/wcb\/mut-zur-langsamkeit\/\">Mut zur Langsamkeit<\/a>\n\t\t\t<\/li>\n\n\t\t\t\n<\/ul>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Erlebnisbericht zur Blind Pleasure von Marcel M\u00fchlenhaupt Um vorher einmal Duschen zu gehen, bin ich fr\u00fchzeitig im WAMOS eingetroffen. 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